1. Themengruppe 1. Grundwissen und Benutzereinstellungen
überarbeitet von Eberhard Thieme im Januar 2012
Die Hilfethemen für Windows XP müssen ständig überarbeitet und so auf dem neuesten Stand gehalten werden. Das ist besonders wichtig, weil Microsoft seit April 2009 den „mainstream support„ beendet hat und nur noch den „erweiterten Support“ (Extended Support) gewährt, der bis 2014 mit kostenlosen Downloads nur für besonders wichtige Updates läuft, also sicherheitskritische Lücken schließen. Wer also weiter mit Windows XP zufrieden arbeiten möchte, muss sich ständig um die Lebensfähigkeit seines Betriebssystems kümmern. Dem Betriebssystem Windows XP wurde mit Erscheinen des Windows Vista das Ende vorausgesagt. Begründet wird das mit der Lebenszyklus-Strategie (Lifecycle Guide) von Microsoft. Für jedes neue Windows werden 5 Jahre Lebenszeit vorgegeben, bis der Nachfolger auf dem Markt erscheint. Dem Vorgänger des Nachfolgers stehen noch 5 Jahre Hilfe und Unterstützung zu, dann winkt das Aus. Bei Windows XP hat Microsoft eine Ausnahme gemacht und die Lebenszeit verlängert. Das ist der guten Qualität, der Sicherheit und dem Verkaufserfolg des Betriebssystems geschuldet. Kein anderes Betriebssystem hat diesbezüglich Windows XP bisher übertroffen. Es lebt seit 2001 und dauert bis zu zwei Jahre nach dem Erscheinen des Vista-Nachfolgers im Jahr 2010, das Windows 7. Ursprünglich war diese zweite Phase nicht als "Lösungen für Endanwender" gedacht, doch bei XP Home und Media Center Edition macht Microsoft die Ausnahme. So lebt theoretisch Windows XP länger als die Windows Vista Home Version.
Die bei Computerfreunden bisher beliebteste Windows-Version XP wird von Microsoft als OEM-Version seit 30.6.2008 nicht mehr verkauft und trotzdem ist es noch zu haben (z.B. als System Builder Version). Microsoft erlaubt auch seit einiger Zeit großen Herstellern Windows Vista mit Downgrade zu Windows XP anzubieten und kündigt an, dass auch Windows 7 mit Windows XP als Downgrade-Option möglich sein wird. PC-Lieferanten wie Fujitsu-Siemens, HP und Dell legen bereits vielfach ihren Vista-Rechnern eine DVD mit XP zum Downgrade bei, da nach wie vor eine große Nachfrage nach dem älteren Betriebssystem besteht. So wird zwar der Verkauf als Vista gezählt, aber als XP genutzt. Große Firmen wie Daimler, General Motors, Intel und andere bleiben weiterhin Nutzer von Windows XP und warten mit der PC-Umrüstung auf den Nachfolger – also Windows 7. Auch viele deutschsprachigen Windows-Nutzer bevorzugen XP. Diese Tatsachen bewegen nun die Freunde von Windows XP nach Wegen zu suchen, ihr Windows XP so lange wir möglich am Leben zu erhalten. Experten in Fachliteratur und Internet geben Hinweise und Vorschläge wie Windows XP erhalten und optimiert werden kann. Es gibt so keinen Grund, sich von Windows XP zu verabschieden.
Ende des Jahres 2002 entstand im Deutschen Senioren-Computer-Club die Interessengruppe Win-dows XP und stellte sich die Aufgabe, zum Verständnis und Umgang mit Windows XP Beiträge zu leisten und eigene Ideen zu entwickeln. In den Jahren von 2002 bis 2009 haben wir aus Büchern, Zeitschriften und eigenen Tests viel gelernt und das daraus resultierende Wissen und die erarbeiteten Erfahrungen in Vorträgen, Artikeln und Konsultationen vermittelt. Bisher verborgene Systemeigen-schaften wurden erkannt und beherrscht. So stellt sich die Frage: Warum nicht bei Windows XP blei-ben? Dazu folgende Überlegungen: Wir sind so zu sagen mit dem Betriebssystem auf Du und Du und können mitreden, wenn es um Probleme geht. Trotzdem gibt es immer noch offene Fragen, die noch zu lösen wären. Manches ist zwar schon getestet aber noch nicht niedergeschrieben, einiges muss auch noch ausprobiert werden. So ist man mit dem System alt geworden und möchte es gern behalten, anstatt nun noch einmal von vorn zu beginnen. Obwohl viele sagen: Wer mit XP gearbeitet hat, kommt auch mit Vista zurecht. Das kann sein. Aber wenn man immer älter wird, bleibt man lieber bei dem, was man kennt. Solange im DSCC unsere Clubfreunde noch mit Windows XP arbeiten möchten und dazu die Interessengruppe XP zur Hilfe bei auftretenden Problemen gebraucht wird, werden wir weiter bestehen bleiben und unseren Senioren zur Seite stehen.
Ein anderer Gesichtspunkt ist die immer weiter fortschreitende Entwicklung der technischen Com-puterausstattung. Hohe Leistungen bei Prozessoren und Grafikkarten, große Speicherkapazität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten begeistern viele Computerfreaks. Jeder kann seine Haus- und Woh-nungselektronik voll vernetzen, mehrere Computer, Fernseher, Multimediatechnik vom „Home Entertainment“ bis zum Kühlschrank-, Kochherd- und Kaffeemaschinen-Service. Das ist zwar Wahnsinn, man kann es auch sein lassen, denn dazu ist die Qualifikation eines Computerspezialisten erforder-lich, was mit 50 Jahren vielleicht noch zu schaffen ist, aber nicht mit 80 oder noch älter. Wir sind schließlich ein Senioren-Computer-Club. Für die gerätetechnische Ausrüstung bedarf es entsprechen-den Kostenaufwand. Nun beziehen viele unserer Senioren bescheidene Renten, die der Anschaffung der genannten Technik Grenzen setzt. Für die Möglichkeiten, für die wir Senioren die Computertechnik anwenden, wie Schreiben, Bildbearbeitung, Ton- und Videotechnik, reicht auch Windows XP noch aus. Es kann sein, dass der eine oder andere Computerspiele mag, aber das sind wohl Ausnahmen und mit Windows XP geht auch das noch.
Mit der Installation des Service Packs 3 für Windows XP ist eine gute Ausgangsposition für den Erhalt und die weitere Pflege des Windows XP gegeben. Da Service Pack 3 die Sicherheit des Betriebssystems mit Updates seit Service Pack 2 weiter aufrecht erhält, wird es nur noch notwendig sein, die folgenden Sicherheits-Updates sorgfältig zu installieren und diese zugleich in einem Archiv zu sichern. Wenn einmal nichts mehr geht, werden diese für die erneute Installation von Windows XP benötigt, auf dem bisherigen oder auch auf einem neuen Computer, wenn man sich dazu entschließen sollte. Dazu gehört die Original-Setup-CD mit Windows XP, die später erschienenen Service Packs und die danach heruntergeladenen Sicherheitsupdates. In unseren Hilfethemen wird beschrieben, wie das bisher genutzte Windows XP problemlos auch auf einen neuen Computer umziehen kann.
Wer auch nach 2014 bei Windows XP bleiben möchte, kann darauf vertrauen, dass auch dann Windows XP so zuverlässig arbeitet, wie bisher. Der Benutzer muss es nur gut warten und sorgfältig mit ihm umgehen. Offen bleibt dabei immer noch, ob es dann nicht noch etwas Besseres gibt.
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Überarbeitet am 23.1.2012